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Die Messe boot 2012 war anders. Im Hinblick auf die noch immer in den Köpfen vieler Tauchreisenden als schwierig eingestufte Situation in
Ägypten, dem wichtigsten tropischen Reiseziel der deutschen und europäischen Tauchsportler, waren die Erwartungen verhalten. Das erste Wochenende vermittelte vielen in
der Taucherhalle 3 im Vergleich der Vorjahre deutlich gelichtete Besucherströme.
Wie immer wird angesichts der 9 langen Messetage und der damit verbundenen
Kosten von allen Ausstellern ein Höchstmaß an Rentabilität - zumindest erwartet. Es ist kein Pappenstil, was ein Quadratmeter Messeauftritt kostet und im
Regelfall geht unter 20 Quadratmetern nichts. Dazu kommen die Kosten für die Übernachtung und Verköstigung des Standpersonals, eine Menge weiterer Nebenkosten, im
eigentlichen Betrieb ist alles in allem für fast zwei Wochen Stillstand, das muss sich rechnen. Das zehrt die Marketingrücklagen, der überwiegend als kleine
Unternehmen mit nur einem oder zwei Mitarbeitern gekennzeichneten Labels der Szene, völlig auf. Aber nicht nur die wichtigen szenebegleitenden Hersteller, auch die
großen Labels ließen nach dem schwierigen vergangenen Jahr Federn und reduzierten ihre Standflächen zum Teil bis zu 50%. Da gab es diesmal in Halle 3 einige
Leerflächen mehr als in den vergangenen Jahren. Dennoch drängt die Messe darauf, foto- und videorelevante Anbieter in die Halle 4 zu verschieben. Hier will man das
Thema UW-Foto und UW-Video eindruckvoll verankern. Es ist ein andauerndes Experiment auf den Schultern derer, die sich tatsächlich entschlossen, dieser
Umsiedelungsidee zu folgen. Glücklich war damit nicht jeder der dort auftretenden Firmen. Gerade unter der Woche stellte sich für viele die Frage, ob man nicht besser
im Hotel geblieben wäre, um wenigstens für sich selbst etwas Gutes zu tun. Man erinnere sich, bis vor 4 Jahren war die Halle 4 eine sprudelnde Quelle für
Messebesucher, denn dort wurde alles rund um Freizeit- und Wassersportzubehör angeboten. Aus welchem Grund auch immer, wurde dies in eine andere Halle verlegt und die
Besucherströme aus Halle 4 in Halle 3 rissen sofort ab. Was jetzt aus Halle 4 herübertröpfelt, die sich den Platz zwischen UW-Foto, UW-Video und ein paar
Yachtanbietern teilt, kann die Publikumsverluste nicht wett machen. Sicher ist es schön, dass neben einigen Ausstellungen mit UW-Fotos und dem GoPro –
Panoramakino von sub zero / Stefan Wiessmeyer auch Seminarräume geboten wurden. Die Idee ist an sich nicht schlecht, aber die Präsentation der zumeist hochwertigen
UW-Fotos litt unter einem fehlenden Lichtkonzept. Die Ausstellungsflächen waren von der Messe gesponsert, aber am so wichtigen Gestaltungsmittel Licht wurde drastisch
gespart. So entstand emotional ein kalter und liebloser Eindruck, der dem Output der Bilder nicht gerecht wurde. Die Foto- und Videoanbieter, die ihre alten
Positionen in Halle 3 verteidigten, taten sicher gut daran. Oft bekamen wir zu hören, dass alte Kunden ein Unternehmen, das in Halle 4 abgewandert war, erfolglos in
Halle 3 gesucht hatten und unter dem Eindruck, sie wären nicht mehr als Aussteller in Düsseldorf oder gar vom Markt verschwunden, den Rückzug antreten wollten.
Bei den allgemeinen Trends kann weiter die Gewichtsreduzierung des Equipments festgestellt werden, um das Fluggepäck zu reduzieren. Vor allem bei Jackets (etwa
modulares System Hybrid Pro Tec bei Mares) , aber auch bei hochwertigen Fotosystemen greift das. Im Fotobereich ist SUBAL ein Vorreiter und bietet für digitale
Systemkameras ohne Spiegelreflextechnik hochwertige Alu-Gehäuse an, wie für die Panasonic GF-1, GF-3, XG-1 und die Sony NEX 5 N. Diese Kameras bieten nahezu die
gleiche Funktionalität wie digitale SLR – Kameras, das aber bei deutlich geringerer Größe. Beim Reizthema Farbe kann wenigstens bei Flossen und Atemreglern
ein neuer Trend, zumindest ansatzweise, erkannt werden. Auch wenn sich die Hersteller hinter die Meinung ihrer vielfach altbackenen Händlerschaft verbarrikadieren und
als Bekleidung beim Funsport vorwiegend Trauerkleidung produzieren, ignorierend, dass die Kunden immer mehr nach Farben fragen... Wir geben die Hoffnung nicht
auf, dass in absehbarer Zeit Anzüge von der Stange angeboten werden, die Taucher auf einem Unterwasserbild nicht nur als das „Schwarze Loch“ im Motiv erkennbar
machen. Nun gut, man mag uns jetzt schelten, dass Weiß, was vermehrt in der ABC – Ausrüstung gefunden wird, keine Farbe in dem Sinn sei, sondern die Summe aller
Farben, doch damit können wir leben, denn Schwarz ist gar keine Farbe. Und dazu können wir nur das wohl meistfotografierte Objekt in der Halle 3
erwähnen, den handgefertigten Tauchanzug „Spiderman“ am Stand von MARION – Tauchanzüge auf Maß. Den hätten wir sofort mitgenommen und eingesetzt.
Einen Querschnitt wichtige News haben wir als Videos hier zusammengestellt:
Video 1 Video 2 Video 3 Video 4 Video 5 Video 6
Die Stimmung der Aussteller in Halle 3 und 4 war bis Ende der Woche verhalten. Ein schwacher
Auftakt, eine lange Durstrecke während der Woche, die erst ab Mittwoch langsam mehr Besucher brachte. Es gab viele gute Gespräche und die Ordersituation bei den
Anbietern höherpreisiger Produkte entwickelte sich schließlich zufriedenstellend. Wie immer lagen bei den Shops die Nerven blank, so dass man schon Mitte der Woche
eine komplette Tauchausrüstung für 600 Euro hätte zusammenstellen können. Allein der Atemregler wäre preiswerter gewesen, als die Revision im festgelegten
Turnus.
Die von der Messe publizierten Besucherzahlen räumten ein offizielles Minus von 3.800 Besuchern ein, damit sollen 246.700
zahlende Gäste die Messe besucht haben. Davon sollen 27% die Taucherhalle/en besucht haben, also genau 66.609. Da wäre ein Besucheranteil pro Aussteller (435) in
den beiden Hallen von 153 pro Unternehmen, 17 pro Tag .... Manche haben es so empfunden.
Das war die boot 2012, eingerahmt von vielen Standpartys, guten
Gesprächen, entspannter Atmosphäre und positiven Erwartungen für dieses Jahr.
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