|
Camel Dive Club und Hotel, Naama Bay, Sharm el Sheikh, Süd-Sinai, Ägypten.
Welch eine vielversprechende Adresse!
Zugegeben, eine Geschichte über eines der meistbesuchten und – beschriebenen Tauchgebiete erscheint erst einmal wie
die sprichwörtlichen Eulen, die nach Athen getragen werden. Aber es gibt noch immer bemerkenswertes in Naama Bay!
Als vor ca. 30 Jahren das organisierte
Tauchen in Naama Bay begann, damals noch unter der Verwaltung Israels, war die Bucht einfach ein riesiger Bogen aus feinem Sand. Am Ende ein einsames Hotel, das
‚Marina Sharm’ mit Unterkünften zweifelhafter Qualität. Wenig später kam dann das ‚Hugy Divecenter’ von René Hugenschmidt, aus dem dann das
‚Aquamarine’ wurde, hinzu – auch dies wahrlich alles andere als eine Luxusherberge, eher ein Hüttencamp. Den frühen Sinai-Tauchern, zu denen sich auch
der Autor zählen kann, war dies reichlich egal. Was interessierte es, ob die Gemeinschaftsduschen warmes Wasser anboten oder ob die Verpflegung genießbar war, die
Tauchgebiete waren dafür schlicht überwältigend! Manch Einer verbrachte dafür die Nacht ganz einfach in einem Schlafsack am Strand....
Wie anders dagegen die Situation in der Gegenwart!
Seit die Sinaihalbinsel von Israel, welches das Gebiet seit 1967 besetzt hielt, nach dem Vertrag von Camp
David im Jahre 1982 an Ägypten zurückgegeben wurde, hat ein bis heute anhaltender Bauboom aus der romantischen Naama Bay ein Touristenzentrum erster Güte gemacht.
Hotels aller Kategorien, vom 5-Sterne Luxus Domizil bis zur einfachen B&B Unterkunft, in mehreren Reihen vom Strand in die Wüste hinein gestaffelt. Klangvolle
Namen aus der internationalen Hotellerie finden sich hier im Süd-Sinai, Sheraton, Hilton, Mövenpick, die Creme des Beherbergungsgewerbes hat ihre Dependancen in den
Wüstensand gebaut. Teilweise, in Verkennung der besonderen Gegebenheiten einer Wüste, mitten in das Wadi. Was z. T. dazu führt, dass bisweilen nach den jährlich
auftretenden Starkregen-Güssen im Winter die Speisesäle der betreffenden Häuser bis zur Decke im Schlamm versinken..... Ein Spielcasino, ein ‚Hard Rock
Cafe’, ja sogar eine Kunsteisbahn (!) machen die Bucht zum beliebten Reiseziel. Was Wunder, ist es doch z.B. für italienische Urlauber billiger nach Sharm zu
reisen als etwa nach Portofino! Souvenirshops und Schmuckhändler, Teppiche, Hennatätowierungen, Paragliding, Wasserski und „Bananenreiten“, es gibt fast nichts,
was es in Naama-Bay nicht gäbe. Um so wichtiger ist es, aus der ANgebotsfülle eine wirklich lohnende Adresse auszufiltern. Das Camel ist eine solche Adresse! So
etwas wie ein Hort der Ruhe und Gemütlichkeit in all der hektischen Betriebsamkeit in Naama Bay. Es gehört zu den eher alteingesessenen Häusern, wurde das Dive
Center doch schon 1986 eröffnet! Damals noch im rustikalen Look mit Tischen, deren Platten einfach auf Palmstümpfe genagelt waren und Schilfrohrmatten als Umzäunung.
Das Hotel kam 1997 hinzu. Die Eröffnung erfolgte, unter dem Druck der Anreise einer Gruppe Behinderter, vorzeitig am 6. November 1997 – nur 5 Zimmer waren zu
diesem Zeitpunkt fertig. Hesham Gabr, 42, einer der Eigentümer des Camel Dive Center und Hotel, schmunzelt noch heute beim Erzählen. Eigentlich ist er ob dieser
Fehlplanung dankbar, hat sie doch den Abschluss der Bauarbeiten um einiges beschleunigt. Heute zeigt sich das Camel als schmucker Bau inmitten einer der
Flaniermeilen der Naama Bay. Von den 38 Zimmern, alle mit Klimaanlage, TV, Telefon, Dusche und WC und gross genug um auch umfangreiches Tauch- und Fotogepäck
problemlos unterzubringen, blicken 30 zum Pool im ruhigen, blumengeschmückten Innenhof – vom eigenen Balkon oder der eigenen Terrasse. Fünf der Zimmer sind
speziell für Rollstuhlfahrer ausgerüstet – große Türen, Rampen, Hocker in der Dusche usw. Der Swimmingpool ist ganz speziell, hat er doch drei Tiefenbereiche,
1,20, 1,90 und 3,40 m. Konsequent geplant für die Tauchausbildung. Das derartiges nicht von der Stange zu haben war, leuchtet ein. Der Pool musste eigens angefertigt
werden. Die drei Bereiche erlauben problemlos die erforderlichen Übungen während einer Tauchschulung durchzuführen. Eines der Details, die zeigen, dass Hesham Gabr
sein Hotel sorgfältig und genau auf die Zielgruppe ausgerichtet geplant hat. Zum Haus gehören ein Internet Cafe, eine Hotelbar und zwei Restaurants.
>>> lesen Sie hier weiter
|