 |
|
|
|
|
|
 |
 |
|
by Michael Goldschmidt 11.02
|
|
|
 |
 |
|
Kaum ein Gerät, das zum Schnorcheln und einfachen Tauchen verwendet werden kann, hat in den letzten Jahren so viele
kontroverse Meinungen aufblühen lassen, wie der FREEDIVER. Geharnischte Abwehrhaltung erfährt er von den Ausbildern der meisten Verbände, begleitet von
gleichgeschalteter Polemik. Anders sieht es dort aus, wo begeisterte Anwender den Spaß am unbeschwerten Schnorcheln mit einfacher technischer Unterstützung zu schätzen
gelernt haben. UnterWasserWelt machte sich unvoreingenommen mit dem FREEDIVER vertraut und bildete sich eine objektive Meinung.
Die langläufige Meinung der
kritisch dem FREEDIVER gegenüber stehenden Kaste von hartgesottenen Tauchausbildern ist hinlänglich bekannt: Jeder der beim Tauchen seine Atemluft unterhalb von 30 cm
Tauchtiefe – also tiefer als eine Schnorchellänge – bezieht, muss eine qualifizierte Tauchausbildung absolviert haben um zu überleben. Das mag hart
klingen, spiegelt aber die verkrustete und martialische Einstellung zum Funsport Tauchen in vielen Lagern wieder. In einem kleinen Teilbereich – der
grundlegenden Einführung in das Gerät - mag diese Haltung in Bezug auf den FREEDIVER durchaus richtig sein und hier gibt es bereits Ansätze beim Verband SSI einen
Einführungskurs für das sichere Handling dieses Tauchgeräts zu konzipieren. Den Einsatz des FREEDIVER jedoch durchweg mit den verschiedenen
Schwierigkeitsgraden des Sporttauchens gleichzusetzen, darf denn doch als überzogen betrachtet werden. Der FREEDIVER wird weder in Tiefen unterhalb maximal 9 Metern
eingesetzt, noch bei starker Strömung, bei Kälte oder rauer See. Dieses Tauchgerät, das dem - wie der Hersteller sagt – Tiefschnorcheln gewidmet ist, soll
auf einfache Weise den entspannten Aufenthalt in geringen Wassertiefen ermöglichen, mit dem Ziel der Naturbeobachtung oder aber zur Inspektion bzw. kleinen Reparatur
an einem Motor- oder Segelboot.
Kann man den FREEDIVER auch ohne spezielle Ausbildung einsetzen?
Wir sind der Meinung, man kann das durchaus. Fünf
Voraussetzungen müssen dafür gegeben sein:
1.)Der Anwender muss Schnorchelerfahrung haben und wassergewöhnt sein 2.) Es muss verstanden sein, dass
man nicht mit angehaltenem Atem auftaucht 3.) Eine Taucheruhr mit Stellring wird verwendet, damit die Tauchzeit kontrolliert werden kann - Energievorrat im
Akku etwa 45 Minuten 4.) Es wird nur die geringst notwendige Menge Tarierblei verwendet 5.)Die Gewässerbedingungen lassen den Einsatz des FREEDIVER zu.
Diese Voraussetzungen gelten gleichermaßen für den Einsatz als Tiefschnorchelgerät oder bei der Inspektion eines Bootsrumpfes.
Dass der FREEDIVER nicht nur
Fun für Erwachsene bereitet sondern auch Kindern und Jugendlichen Spaß am einfachen Taucherlebnis bietet, versteht sich von selbst. Ist ein Kind so diszipliniert, dass
es den wenigen Anweisungen, die beim Tiefschnorcheln berücksichtigt werden müssen, zuverlässig Folge leistet, steht der Unterwasserexkursion nichts im Wege. Doch
empfehlen wir hier nicht die von der Kontrolle Erwachsener unabhängige Aktivität, vielmehr bietet sich das Set an, mit dem zwei Personen mit einem schwimmenden
Kompressor bis maximal 6 Meter Tiefe durchs Riff gleiten können. TAUCHE NIE ALLEIN, die feste Grundregel für Tauch- und Schnorchelaktivitäten, gilt beim Einsatz des
FREEDIVER natürlich auch.
Welche Idee und welches Ziel steht hinter dem FREEDIVER?
Ursprünglich war der FREEDIVER für Bootbesitzer konzipiert, die
Sichtkontrollen oder kleine Reparaturen am Bootsrumpf selbst durchführen wollen. Eine Leine in der Schraube oder die Entfernung von Muschelbewuchs seien hier nur als
Beispiele genannt. In mehrjähriger Entwicklung und Anpassung des Systems an im Tauchsport übliche Geräte – so wird heute eine handelsübliche 2. Stufe eines
Atemreglers zur Luftversorgung benutzt und auch der Westeninflator entspricht den gängigen Modellen des Marktes – erfuhr der FREEDIVER eine deutliche
Verbesserung gegenüber den ersten produzierten Einheiten. Als Sportgerät, das unkompliziert überall in den flachen Uferzonen warmer Meere, unter günstigen Bedingungen
(Temperatur) auch in heimischen Seen, eingesetzt werden kann, so kann man den FREEDIVER ohne Schnörkel beschreiben. Um den Unterwasserspaß zu erleben, benötigt man nur
eine Steckdose um den Akku (innerhalb 6 Stunden) zu laden – keinen Kompressor oder eine Tauchbasis zur Flaschenfüllung. Unter Wasser bewegt man sich frei von
umfangreicher Ausrüstung, ein Erlebnis, das auch viele eingeschworene Gerätetaucher immer wieder positiv hervorheben. Kurzum, mit einfachsten Mitteln verschafft man
sich Einblick in das Leben unter der Wasserlinie.
Das Gerät
Mit einem Transportgewicht von 11,5 kg für das gesamte System ist der FREEDIVER wesentlich
leichter als eine normale Tauchsportausrüstung mit ihren wichtigsten Komponenten. Lediglich die ABC – Ausrüstung benötigt man noch, dann kann es schon losgehen.
In einem robusten Seesack aus Kunststoff mit Reißverschluss, Tragegriff und Rucksackträgern findet alles seinen Platz. Die Komponenten setzen sich zusammen aus dem
Kompressor mit Akku in einem leuchtend gelben Kunststoffbehälter, den Verbindungsschläuchen, einer Weste (bleiintegriert) mit Atemregler und Inflator (wahlweise nur
ein Bleigurt mit Atemregler), zwei orangen Schwimmringen, dem Ansaugschnorchel für den Kompressor und einer kleinen Taucherflagge. Nicht zu vergessen das Ladegerät,
dessen Leuchtdioden über den jeweiligen Ladezustand informieren.
Handling
Den FREEDIVER transportiert wie in einem Rucksack erreicht man sein
Schnorchelziel auch im unwegsamen Gelände recht gut. Das ist wichtig, weiß man doch, dass klare Sicht im Meer bevorzugt an felsigen Küsten angetroffen wird
(Verwendungsschwerpunkt Mittelmeer). Mit wenigen Handgriffen ist das System einsatzbereit zu machen, die einzige Mühe verlangt das Aufblasen der beiden Schwimmringe.
Einer hält den Kompressor stabil über Wasser, der zweite – befestigt neben dem schwimmenden Kompressor - soll dem Tiefschnorchler die Möglichkeit bieten
sich bei Bedarf daran festzuhalten. Ein Sicherheitsventil in den Ringen fehlt leider, man muss flott sein, damit nicht zu viel Luft entweicht, bevor man das Ventil
verschlossen hat. Nur wenige Handgriffe sind erforderlich den FREEDIVER startklar zu machen. In den Deckel des Kompressorbehälters steckt man den Ansaugschnorchel,
dort befestigt man auch die kleine Taucherflagge – alles ohne Werkzeug. Dann setzt man den Kompressor in den dafür speziell gefertigten Schwimmring, in dem ein
Kunststoffband das Durchrutschen des Kompressors durch den Ring verhindert. Zwischen Ring und Kompressorgehäuse schiebt man den Atemschlauch hindurch, der dann am
Luftanschluss des Kompressors angeschlossen wird. Als verbindende Elemente zwischen Kompressor, Luftschläuchen und Atemregler dienen Schlauchanschlüsse, wie man sie
ähnlich auch von Gartenschläuchen her kennt. Einfach aufstecken oder zum Lösen eine gefederte Raste zurückziehen, wieder ohne Werkzeuge, ohne Verschraubung. Da der
Überdruck, der auf Schläuche und Kupplungen wirkt, mit 1,8 bis maximal etwa 3 bar deutlich unter dem Prüfdruck dieser Bauteile liegt, gibt es hier keine Probleme.
Allerdings sollte man vermeiden den Kompressor außerhalb des Wassers länger als 15 Minuten zu betreiben, da sonst der wassergekühlte Motor Schaden nehmen könnte. Auch
der längere Betrieb des Kompressors am komplett montierten System, ohne dass daraus geatmet wird, sollte vermieden werden. Als nächstes widmet man sich der Weste,
die an der Vorderseite zwei integrierte Bleitaschen mit Schnellabwurflaschen bietet. Zwei weitere Taschen an der Rückseite, mit Reißverschlüssen versehen, erlauben das
Aufnehmen von Ausgleichsblei. Da sich nur im Rückenbereich der Weste eine Luftkammer befindet, wäre das Blei hier generell besser platziert, aber dort im Notfall kaum
für einen Schnellabwurf zu erreichen. Also ist die vorgefundene Lösung sicher die praktikablere. Die Wahl der
|
|
 |
vBleimenge muss sehr gefühlvoll erfolgen, nur so viel erwenden, wie das sachte Absinken an der Oberfläche bei geleerter Weste
notwendig macht. Taucht man ohne Tropenanzug oder Shorty, wird man den Ausflug in die Unterwasserwelt dann ohne weiteres Tarieren hinter sich bringen. Etwas Zeit nimmt das
erstmalige Anpassen der Weste in Anspruch. Was bei einem herkömmlichen Tauchjacket mit ein paar gezielten Handgriffen schnell erledigt ist, dauert hier etwas länger. Die
Verschlüsse der beiden schmalen Gurte liegen seitlich, da man sich die Weste über den Kopf zieht und nicht wie eine Jacke über die Schultern legt. Um möglichst viele Körpergrößen
mit einer Weste bedienen zu können, hat man sich für diese Lösung entschieden. Aber hat man die Längenanpassung hinter sich und die Klippverschlüsse eingerastet, sitzt das
Tariermittel recht praktikabel. Der Atemregler entspricht dem beim Tauchsport üblichen Modellen. Ebenso der Inflator. Über deren Funktion und Wirkungsweise sollte man sich als
Neuling im Umgang mit dieser Technik informieren (Luftdusche, Entlüften der Weste). Hier hilft bei Bedarf auch der Hersteller des FREEDIVER selbst weiter. Nun sind alle
Vorkehrungen für den Einsatz getroffen, die „Kompressor – Boje“ kann ins Wasser gesetzt werden, die ABC – Ausrüstung wird noch angezogen, am Schalter der
Kompressor eingeschaltet und schon verschwindet man für die nächsten 45 Minuten unter der Oberfläche – für andere Wassersportler durch die weithin sichtbare Farbgebung des
Systems gut zu erkennen.
Einsatz
Zunächst muss man sich in eine Position bringen, die das Wendel des Atemschlauchs hinter den Taucher platziert. Das Abtauchen
erfolgt behutsam, damit man den Schlauch nicht um ein Bein wickelt. Im weiteren Verlauf des Schnorchelgangs sollte man ohnehin immer wieder einmal die Lage des Schlauchs
überprüfen – vor allem, wenn man nur in sehr geringer Tiefe dahingleitet. Was begeistert ist die große Freiheit, die der FREEDIVER beim Aufenthalt im und unter Wasser
gewährt, das Gefühl des unbeschwerten Schwebens ist viel deutlicher als beim Einsatz einer kompletten Tauchausrüstung, deren Masse – wenn auch gewichtslos –
schließlich bewegt werden muss. Locker und spielerisch schwebt man durchs Riff, der Atemkomfort ist dem beim Tauchen mit Pressluftgerät vergleichbar. Echten Schnorchlern oder
Gerätetauchern bleibt es jedoch vorbehalten tunnelartige Durchbrüche oder Grotten im Riff zu durchtauchen, denn das sind Stellen, die man mit dem Schlauch am Rücken nicht
durchqueren kann. Was gewöhnungsbedürftig ist, sei nicht verschwiegen: Der Kompressor entwickelt ein deutliches Geräusch. Den anhaltenden Tiefschnorchelspaß teilt man mit dem
Brummen der Luftversorgung. Dieser Ton sollte – so der Hersteller – auch immer wieder einmal bewusst gehört werden um zu erkennen, ob der Akku noch die notwendige
Spannung liefert oder langsam in die Knie geht, was zum Auftauchen ermahnt. Wir meinen, dass man besser eine Taucheruhr mit Stellring verwendet um das ungefähre Zeitlimit von
45 Minuten ablesen und den Ausflug einteilen zu können, denn es macht wenig Sinn sich mit dem FREEDIVER auf ausgedehnten Exkursionen nur von der Einstiegsstelle weg zu bewegen um
dann den ganzen Weg über Wasser mit der „Kompressor – Boje“ im Schlepp zurückzupaddeln. Bis zu einer Wellenhöhe von 50 cm kann das Gerät zum Einsatz gebracht
werden, Brandungswellen sollte man aber tunlichst meiden. In jedem Fall empfehlenswert ist der erste Test des Systems im Schwimmbad oder unter besten Bedingungen im
Flachwasser, um sich mit dem FREEDIVER vertraut zu machen. Besonders das Tarieren (Handling des Inflators) und die Ermittlung der notwendigen Bleimenge muss vor dem
Freiwassereinsatz erprobt werden. Um nicht nur über den Schnellablass die Weste zu entlüften, sondern dosiert auch über den Inflator, muss der im Schulterbereich durch ein
Klettband fixierte Faltenschlauch frei gegeben werden. Andernfalls kann man den Schlauch nicht hoch genug über den Kopf halten, was die kontrollierte Luftabgabe verhindert.
Technik
Das Gesamtkonzept des FREEDIVER verlangt keinerlei vordergründiges Technikverständnis. Alle Komponenten sind „narrensicher“ zu bedienen und pflegeleicht. Der
Anschluss des Ladegeräts erfolgt an den Polen des Bleiakkus direkt. Dazu muss lediglich der Deckel der „Kompressor – Boje“ abgenommen werden. Das stellt auch kein
Hindernis dar, zwei große Sternschrauben sichern diesen und lassen sich leicht lösen. Auch ein eventueller Akkuwechsel ist schnell erledigt, dazu benötigt man einzig einen
kleinen Gabelschlüssel oder mittleren Schraubendreher um die Batterieanschlüsse zu lösen. Die Kunststoff- Karabiner, die den Akkublock am Kompressor fixieren, sind wieder ohne
Hilfsmittel zu lösen. Auf jeden Fall sollte man die Atemschläuche in kurzen Abständen innen mit einer milden und kunststofftauglichen Desinfektionslösung reinigen. Anders als
bei der Luftversorgung aus Pressluftflaschen – hier wird die Luft vor der Einleitung in die Flaschen getrocknet und je nach verwendetem System auch gereinigt – wird
beim FREEDIVER, dem Schnorcheln gleich, die mehr oder weniger feuchte Luft der Umgebung angesaugt und weitergeleitet. Gerade beim Einsatz im Meer wird natürlich auch in der Luft
gelöstes Salz durch die Atemschläuche und den Atemregler durchgeleitet und kann sich hier auch absetzen. Pflegemaßnahmen am Atemregler, wir empfehlen hier Intervalle von einem
Jahr, dürfen also nicht vergessen und müssen vom Fachmann erledigt werden. Nach dem Einsatz am Meer freut sich das Innere der „Kompressor - Boje“ über eine
ausführliche Reinigung. Hier müssen besonders Rückstände von abgesetztem Salznebel entfernt werden, das verhindert schließlich auch den Rostansatz an den Metallteilen des
Verdichters.
Fazit
Ein Utensil wie der FREEDIVER macht Spaß und ist schließlich auch im Funbereich angesiedelt. Die Zielgruppe ist klar definiert –
Schnorchler oder Bootsbesitzer (für Revisionen). Die Unabhängigkeit von Infrastrukturen einer Tauchbasis und der unkomplizierte Transport gefallen, das echte Freiheitsgefühl bei
den technisch unterstützten Schnorchelexkursionen ist einzigartig. Völlig unbedarft von ein paar tauchsportlichen Grundlagen darf man nicht sein, bringt man den FREEDIVER zum
Einsatz. Man sollte sich nicht scheuen im persönlichen Kontakt mit einer Tauchschule fehlendes Know How zu erwerben, kommt man nicht schon aus den Reihen ausgebildeter
Sporttaucher, die die neue Leichtigkeit des Seins unter Wasser genießen wollen. Gewöhnungsbedürftig ist die Geräuschentwicklung, die auch unter Wasser klar zu vernehmen ist.
Gewissenhafte Pflegemaßnahmen an den Atemschläuchen (Hygiene) dürfen nicht vernachlässigt werden. Um die Tauchpausen, die von der 6-stündigen Ladezeit bestimmt sind, abzukürzen
ist die Anschaffung eines zweiten Akkus zu überdenken. Bei den Schwimmringen sollte der Hersteller überlegen, ob hier nicht solche mit 2 Kammern und Sicherheitsventilen
eingesetzt werden können. Bei dieser Zwitterform zwischen Schnorcheln und Tauchen ist es sicher auch ratsam den Hausarzt bezüglich der persönlichen körperlichen Eignung zu
befragen. Beschränkt man sich auf Exkursionen mit dem FREEDIVER sind tiefgreifende Untersuchungen wie für Sporttaucher sicher nicht notwendig, eine generelle Abklärung bei Lunge,
Ohren, Nase, Nebenhöhlen und Kreislauf sollte aber erfolgen.
|
|
|
|
|
|

|
|

|
|
Taucheruhren
und Schmuck
|
|
|
|

|
|
Indoor - Tauchen
|
|

|
|
Lichtsysteme
|
|
|
|
Anzüge
|
|

|
|

|
|

|
|
Foto / Video
|
|

|
|

|
|
Aktion:
Taucher in Not
|
|

|
|
|
|
|
|