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Zu den geschichtsträchtigsten Gewässern der Alpen gehört der Hallstättersee. An seinen Ufern siedelten nachweislich schon vor über 4000 Jahren die Kelten. Heute
suchen, graben und wühlen Taucher in seinem Schlamm nach Artefakten. UW - Fotografen pirschen sich an riesige Hechte und Seeforellen heran. Ein See voller Abenteuer.
Herbert Frei war für UnterWasserWelt vor Ort und tauchte in die teils bewegte Vergangenheit.
Noch immer rätselt die Wissenschaft, ob es im oder am
Hallstättersee ein Pfahlbaudorf gab. Taucher entdeckten in der Nähe der Gosaumühle 30 - 40 Pfähle im Schlamm. Auch im Bereich des Seeausflusses wurden bereits vor 100
Jahren Pfahlbaureste gefunden. Die Fundstellen liegen zum Glück aber soweit vom Ufer weg, dass man sie nur mit dem Boot anfahren kann. Die Relikte aus der
Jungsteinzeit können deshalb von der Wissenschaft noch weitgehend störungsfrei ausgewertet werden, genaues kann man aber vielleicht erst in einigen Jahren sagen.
In versunkenen Pfahlbauten sieht man Hobbytaucher und Schatzgräber allerdings nicht gern, weil zügelloses Graben ohne System mehr zerstört als gutmacht. Was keinen
groß stört, ist das Wühlen auf versunkenen Müllhalden und im Schlamm vor den Bootshütten. Manch einer hat hier schon den Fund des Jahres gemacht. Neben alten Tonkrügen
wurden auch antike Schmuckstücke, Keltenschwerter und Nazi - Embleme gefunden. Insbesondere Schusswaffen, Büsten und SS - Dolche ziehen ausdauernde Wühler selbst 52
Jahre nach Kriegsende immer noch an Land. Eine eigene Sparte Mensch ist das, die sich auf das Wiederfinden solcher Dinge spezialisiert hat. Aber auch Profanes wird mit
Freudengeheul an`s Ufer gehieft. Mittelalterliche Ofenplatten, handgeblasene Flaschen, vorsintflutliche Bügeleisen und anderes Küchengerät aus dem letzten Jahrhundert
findet seinen Weg in die Zivilisation zurück.
Um das Schatzfieber am Glühen zu halten, werfen die Hallstatt - Wirte gelegentlich auch altes Geschirr und
ausrangiertes Besteck in den See. Allen voran Gerhard Zauner, genannt „Wurzi“, Wirt des Tauchergasthofes „Hallberg“ und Besitzer des „Ersten Alpinen
Tauchzentrums“, ein Haudegen und Alpenrübezahl, der bis heute das freie Tauchen in seinem See mit Bauernschläue und juristischen Tricks gegen Beamtenwillkür und
Fremdenfeindlichkeit erfolgreich verteidigt hat. Auch der Dorfsheriff, der in blindwütigem Eifer die Parker vor Wurzis Gasthof vertreiben wollte, wurde in ein anderes
Revier versetzt. Denn ginge es nach einigen vertrockneten Hallstättern, wäre in Österreich sogar das Baden verboten. Aber mittlerweile dämmert auch den Behörden, dass
man Taucher, die rund ums Jahr ihr Geld nach Österreich tragen, auch wie Gäste behandeln sollte. Denn die Übernachtungszahlen sind in der gesamten Alpenrepublik seit
Jahren rückläufig. Dass bereits einige Gasthöfe in Hallstatt pleite sind oder kurz vor dem Konkurs stehen, mag den unsinnigen Tauchverboten in der Vergangenheit etwas
von ihrer Substanz genommen haben.
Wer im Hallstättersee tauchen will, kann das, sollte sich aber vorher im Gasthof „Hallberg“ nach den neuesten
Bestimmungen erkundigen, wo er ins Wasser kann, welche Schutzzonen gerade ausgewiesen sind, wo Nachttauchgänge erlaubt sind, welche Fische man an welchen Stellen
gerade findet.
Lusttauchen und fotografieren:
Der Hallstättersee hat natürlich mehr zu bieten als nur antiken Schrott. In seinem Wasser leben
riesige Reinankenschwärme, die sich zur Laichzeit im Herbst an den Ufern von Hallstatt einfinden und ihre Balz beginnen. Im 125 m tiefen Seebecken hausen gewaltige
Seeforellen von über 1 m Länge, sichtet man Hechte von furchterregenden Maßen, SŸßwasserschwämme, Elritzen und Rotaugen. In der Nacht begegnet man Aalrutten und vielen
interessanten Kleintieren wie Wasserkäfern, Moostierchen und Wasserasseln. Wer es gerne tiefer hat, sollte sich an den unterirdischen Felswänden (fast 200 m lang)
vergnügen. Manche sind an den überhängenden Stellen mit kleinen Tropfsteinen (20-30 cm lang) bewachsen, die aber mit zunehmender Tiefe größer werden.
Bekannt
ist der HallstŠttersee für exzellentes Eistauchen. In strengen Wintern gefriert er sogar vollständig zu, die Eisschicht ist dann so dick, dass sie nur mit einer
Motorsäge durchdrungen werden kann. Zauners Tauchbasis veranstaltet dann Eistauchkurse mit Brevetabnahme. In Wurzis Tauchschule wird die UW - Fotografie und der UW -
Film traditionsmäßig gepflegt. Wer sich diesem Hobby widmet, findet jede nur denkbare Unterstützung. Auch Models werden auf Wunsch besorgt. Manchmal steigt der Chef
auch selbst in den Trockenen und macht den Kasper für seine Gäste. Und man kann Rebreather - Tauchkurse, Trimix und Nitox - Tauchen erlernen. Mit diesen Tauchtechniken
kann man sich vielen Fischen bis auf Armlänge und kürzer nähern.
Die Fische im Hallstättersee:
Der Hallstättersee gilt zwar als
fischreich, ist aber eher als artenarm (nur 15 Fischarten) zu bezeichnen. Neben den diversen Forellenarten (Seeforelle, Regenbogen- und die ausschließlich im
Mündungsbereich lebende Bachforelle) trifft man vorwiegend Barsche, Hechte Elritzen und Groppen. Selten begegnet man dem scheuen Döbel, der flinken Äsche (im
Zuflussbereich der Traun) und dem in großer Tiefe lebenden Schwarzreuter. Kennt man die Stellen, kann man auch Trüschen fotografieren, selten aber den zugewanderten
Aal. Im See finden sich auch Rotaugen, die Leibspeise der Hechte, ebenso die vorsichtigen Brachsen. Angeblich sollen auch Schleien im See leben, wurden aber noch nie
gesichtet.
Reiseinfos Hallstättersee
Der Hallstättersee
Seehöhe 508 m; Seefläche
8,55 Quadrat-Kilometer; Größte Tiefe 125 m; Volumen 557 Millionen Liter; Länge 7,75 km; Breite 1,38; Einzugsgebiet 646 Quadrat-Kilometer. Die Sichtweite kann sehr
unterschiedlich sein. Im Frühjahr
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