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Korsika ist geschichtlich betrachtet einer der großen Dreh- und Angelpunkte Europas, das war nicht nur Napoleon bewusst. Von der
Prähistorik können wir einen weiten Bogen bis in die heutige, politisch nicht minder interessante Zeit spannen. Bereits im Jahr 2006 hatte sich die Redaktion mit der
Insel, auch geschichtlich, näher befasst (http://www.unterwasserwelt.de/html/korsika.html), nun gab es ein Wiedersehen, gewidmet mehr den sichtbaren, spürbaren und mit
allen Sinnen erfahrbaren Eindrücken der Gegenwart. Der Name der Insel Korsika bzw. Französisch Corse geht wohl auf den phönizischen Begriff Korsai zurück, was in etwa
„mit Wäldern bedeckt“ bedeutet und die griechische Bezeichnung für die Insel lautete Kalliste („die Schöne“). Die mit Wäldern bedeckte Schöne lockt uns,
zum Tauchen, relaxen und genießen.
Korsika, mit 182 Kilometern Länge und 83 Kilometern Breite zu den größten Mittelmeerinseln zählend, nur eine Woche zu
widmen, wie im Bericht 2006, gleicht einen schmackhaften Appetithäppchen, dem nichts weiter folgt, als die Rechnung und so machen wir uns erneut auf den Weg. Diesmal
nicht das Flugzeug bemüht, vielmehr wählen wir den Klassiker der Anreise, das Auto inklusive Fährtransport mit Corsica Ferries. Dies hat den enormen Vorteil, dass man
als Taucher nicht gewichtsbedingt auf das eine oder andere heißgeliebte Ausrüstungsstück verzichten muss und wir schnuppern bereits bei der Anreise die Seeluft.
Anreise
Ob man die Route über die Schweiz oder Österreich zum nächstgelegenen italienischen Fährhafen wählt, ist meist Geschmackssache oder bestimmt vom
Startpunkt der Reise. Anfallende Maut, Autobahnvignetten, Tunnelgebühren sind nicht zu umgehen und in die Fahrtkosten mit einzuplanen. Zur Hauptreisezeit muss mit
Staus gerechnet werden. Wer clever ist, fährt nachts Richtung Süden. Für die Hinfahrt bietet sich uns eine besonders entspannte Möglichkeit. Wir starten morgens ohne
Zeitdruck von München aus Richtung Savona, besteigen abends dort mit Sack und Pack die Fähre der Corsica Ferries und nächtigen an Bord der „Sardinia
Regina“. Am nächsten Morgen legen wir ausgeruht in Bastia an. Eindrucksvoll ist der Blick auf die Ostküste Korsikas und prompt begrüßt uns in Sichtweite des
Hafens schon der erste Delfin. Rechtzeitig vor der Reise sollte man sich für diese Variante die Tickets sichern, denn diese Mini-Kreuzfahrten sind äußerst beliebt.
Die Fährhäfen Ajaccio, Porto-Vecchio, Propriano und Bonifacio bedienen Süd-Korsika, während Bastia, Calvi und L'Île Rousse vor allem Nord-Korsika an das
europäische Festland anschließen. Fährverbindungen gibt es von Marseille, Nizza und Toulon in Frankreich sowie von Savona, Livorno, La Spezia, Piombino und Porto San
Stefano in Italien. Auf allen Linien werden Autofähren eingesetzt. Die führenden Reedereien sind Corsica Ferries, SNCM und Moby Lines.
Wohnen
Unterkünfte gibt es quasi in jeder erdenklichen Preislage. Während 2006 die Möglichkeit der Hotelübernachtung getestet wurde, fiel diesmal die Wahl auf die
Unterbringung in Mobilhomes auf dem Campingplatz & Mobilhome Pertamina Village bei Bonifacio. Klarer Vorteil ist der geringere Preis als im Hotel, aber auch
die Unabhängigkeit von festen Essenszeiten, denn die Verpflegung organisiert man sich selbst. Dies ist kein Problem, Supermärkte befinden sich direkt in Porto Vecchio
und Bonifacio, frische Backwaren bieten Boulangerien der Umgebung und im Zweifelsfalle gibt es gar einen kleinen Shop an der Rezeption des Campingplatzes. Die
Mobilhomes gibt es in unterschiedlicher Größe und Preislage. Auch Gruppen können daher einfach aber dennoch recht komfortabel reisen. Abends kann man entweder selbst
kochen (Gaskocher sind in allen Mobilhomes vorhanden) oder aber man gönnt sich kulinarische Köstlichkeiten in den Restaurants der Umgebung. Einen besonderen Tipp
hierzu gibt es zu dieser Reise in unserem Special – Magazin Dive & Dine.
Fakten zur Korsika
Bergland bedeckt zu 86% die Insel
Korsika, gerade einmal 14% verteilen sich auf das Küstentiefland. Korsika hat eine durchschnittliche Höhe von 568 Meter über N.N. (zum Vergleich: Sardinien liegt bei
344 Meter und Sizilien bei 441 Meter). Auf Korsika ragen 50 Zweitausender gen Himmel. Der höchste Berg ist der Monte Cinto mit 2706 Meter, der lediglich 25 Kilometer
vom Meer entfernt liegt. Dies erklärt auch, warum Korsika zu einer der reizvollsten Wintersportregionen Europas gehört, was bislang als solches kaum bekannt ist. So
gibt es Möglichkeiten zum Skilanglauf mit der Familie auf dem Plateau de Cuscione, Abfahrtski und Snowboard in Ghisoni, Bastelica und Vergio, dies zum Teil auf
Hochgebirgspisten. Zu wunderschönen Wanderungen laden zahlreiche schneebedeckte Bergpässe ein. Im Sommer bieten Korsikas Berghänge die ideale Kulisse für jede
Art von Bergsport, von Freeclimbing, geführten oder individuellen Bergtouren, Mountainbiking, Canyoning und diversen actionreichen Freizeitaktivitäten mehr bis hin zu
klassischen Wander- und Bergtouren. Korsika ist aber auch ein Paradies für den Wassersport, wie Meeres-Kajak, Jet-Ski, Wasser-Ski, Funboard, Surfen, Segeln und nicht
zuletzt unser Hauptthema Tauchen.
Strände
Am ursprünglichsten sind die Strände im Nordosten der Insel, eingesäumt von urwüchsiger Macchia. Weiter
im Süden breiten sich die Strände der Balange um das Hafenstädtchen Ile Rousse mit ihrem türkisblauen Wasser und vielfarbigen Felsen. Der Golf von Porto lockt mit
vielen kleinen versteckten Buchten. Wer die Felsenküste vorzieht, findet diese an den Stränden der Calanche. Dann - von Bonifacio bis Porto-Vecchio - reiht sich
abwechslungsreich ein schöner Strand an den anderen: Sand, kleine Kiesel, Klippen. Weiter nördlich, bis Solenzara, erstreckt sich die Côte de Nacres mit Sandstränden
und karibikblauem Wasser, das ideal für Familien mit Kindern ist. Selbst im Hochsommer ist es nicht schwierig, kleine ruhige Buchten mit wenigen Badegästen zu finden.
Die Wassertemperaturen sind mittelmeer - typisch angenehm: Im Oktober hält das Meer noch 20° C vor und lädt zum Baden ein. In der freien Natur des Gebirges finden sich
für mutige Individualisten zahllose Gewässer, wie Thermalquellen, imposante Wasserfälle, natürliche Schwimmbecken in den Bächen und Flüsschen und frische Bergseen.
Grün
Bereits bei der Ankunft im Hafen fällt auf: keine andere Insel im Mittelmeer ist so grün wie Korsika. Die Kastanienwälder der Castagniccia, die
herb duftende Macchia, von der inspiriert bereits Napoleon behauptete, seine Heimatinsel Korsika allein am Duft erkennen zu können, die kühle Frische der Almen im
Hochsommer, die uns eher an Oberbayern erinnern, die hundertjährigen korsischen Schwarzkiefern, die im Forêt d'Aitone ihre immensen Wipfel in den Himmel strecken,
die smaragdgrünen Bergseen und das silbrige Grün des Nebbio. In allen Grünschattierungen schillert auch das Restonica Tal mit seinen Wasserfällen und Gumpen sowie das
Weinbaugebiet des Patrimonio. Die Natur ist einzigartig und so vielfältig wohl kaum ein zweites Mal im Mittelmeerraum anzutreffen. Mit über 2000 Pflanzenarten
bietet Korsika eine verblüffende Farbenvielfalt. Auf Korsika finden wir 78 endemische, das heißt nur auf Korsika vorkommende Pflanzen und 42 Orchideenarten. Der
Korsische Naturpark - Le Parc Régional Naturel de Corse - erstreckt sich auf etwa ein Drittel der Insel. In insgesamt fünf Naturschutzgebieten wird eine einzigartige
Fauna und Flora bewahrt, die Cerbicale - Inseln sind ein Reservat der Haubenkormorane, um die Lavezzi - Inseln werden 68 Fischarten gezählt, die Insel Finocchiarola
und Scandola bilden den ersten französischen Naturschutzpark der Land- und Seegebiete umfasst und in der Lagunenlandschaft der Etang de Biguglia nisten 127
Wasservogelarten.
Klima
Auf Korsika herrscht das typische Mittelmeerklima. Allerdings findet man auf Korsika große Abweichungen aufgrund der
extremen Höhenunterschieden und den Windverhältnissen. So gibt es auf der Insel vier Klimazonen: das Mittelmeerklima (bis 200 m), die Übergangszone (200 - 1000 m),
gemäßigtes Klima (1000 - 1500 m) und alpines Klima (über 1500 m). Inseln sind dem Wind in besonderem Maße ausgesetzt. Auf Korsika weht am häufigsten der West- bis
Südwestwind. Alle Winde haben je nach Richtung ihren Namen und ihre Auswirkung auf das vorherrschende Wetter ist teils berühmt berüchtigt: der Libeccu aus dem
Südwesten, der Maestrale oder auch Mistral aus dem Nordwesten, der Tramontane aus dem Norden, der Gregale aus dem Nordosten, der Levanteaus dem Westen und der Sirocco
aus dem Südosten.
Ein großes Problem, wenn Wind und warmes, trockenes Klima aufeinander treffen ist wie in der gesamten Mittelmeerregion die Waldbrandgefahr.
Dieses Jahr wüteten mitten in der Saison die heftigsten Brände seit langem, die bei unserer Ankunft zwar bereits gelöscht waren, dennoch unübersehbare Spuren
hinterließen. Jedoch, auf Flächen älterer Brände ist zu sehen, wie schnell sich die Natur auch wieder erholt. Dass die Korsen fix im Löschen solcher Brände sein
können, durften wir selbst erleben. Unweit der Stadt Porto Vecchio entfachte die Hitze im trockenen Unterholz der Korkeichen einen Brand. Nur kurze Zeit später bekamen
die staunenden Touristen ein actionreiches Spektakel von drei Löschflugzeugen inszeniert.
Kulinarisch
Die Wertschätzung der artenreichen Natur
spiegelt sich auch in der korsischen Küche. "Prisuttu" ist ein delikater, magerer Schinken, der von halbwilden Schweinen stammt, die sich von Eicheln
und Kastanien ernähren. "Figatelli" sind geräucherte Leberwürstchen und die "Coppa" wird aus einem Schweinerückenstück zubereitet. Die
"Pulenta de châtaigne", ein Mus aus Kastanienmehl, wird gerne zum Wildschweinragout gereicht. Ziegenkäse und der "Brocciu" (Schafskäse) sind ein
wahrer Genuss. An der Küste konzentriert sich die Zubereitungskunst auf die zahlreichen Fischarten und Langusten. Berühmt ist die korsische Fischsuppe. Hier sollte man
sich als unerfahrener Korsika - Besucher von Einheimischen zeigen lassen, wie sie genossen wird, denn sie mutet anfänglich wie ein Modellbausatz aus Kindertagen an.
Auf extra Tellerchen kommen Knoblauchzehen, Rouille, geriebener Käse und geröstete Baguettescheiben an den Tisch, die Suppe dazu in einer großen Terrine. Dass die
meisten Korsen diese Delikatesse nur als Vorspeise essen, mag man kaum glauben. Empfehlenswert auch als Dessert ist der assiette des fromages, auf dem verschiedene
heimische Käsesorten mit der köstlichen korsischen Feigenkonfiture angeboten werden. Aber Obacht, der korsische Käse ist oft recht kräftig, das sollte man mögen.
Typisch an Korsika sind auch die Kastanien, die sich in vielen Gerichten, Mehl- und Süßspeisen und gar als Brotaufstrich wiederfinden. Auch im landestypischen Bier
Pietra sind die delikaten Herbstboten zu finden. Das Braurezept beruht auf einem Zusatz von Kastanienmehl vor der Gärung. Im Altertum war Korsika eine der
wichtigsten Honig- und Wachsproduzenten des Mittelmeerraumes. Seinerzeit wurde der korsische Honig mehr für kosmetischen Anwendungen denn als Süßungsmittel geschätzt.
Es wird berichtet, dass schöne römische Patrizier Bäder mit Milch und Honig anwendeten. Der korsische Honig wird heute außerordentlich geschätzt und trägt einen
Qualitätsaufkleber (AOC). Die apis melliflora corsica, die korsische Honigbiene, trägt den Blütenstaub der vielfältigen Flora der Insel ein, die reich ist an
endemischen Pflanzen, welche nur auf Korsika vorkommen. So ist korsischer Honig durch eine unglaubliche Vielfalt an Geschmackskombinationen gekennzeichnet,
hervorgerufen durch spezifische pflanzliche Verbindungen, von süß zu bitter, von kräftig zu zart aromatisch. Die Honigfarben variieren vom hellen Goldton zum
dunkelstem Bernstein und selbst schwarz ist er in den Regalen der Spezialitätengeschäfte zu finden. Im Winter und Frühjahr ist die Erntezeit für die Seeigel, die
in Korsika als Delikatesse gereicht werden. Auf Korsika wird eine große Vielfalt an Weinen produziert. So finden wir hier delikate Rotweine, Rosé, Weißweine, still
und schäumend, trocken und süß – für jeden Gaumen ist etwas dabei. Das Relief sowie unterschiedliche Böden sind für diese Vielfalt verantwortlich. Reben werden
bis in einer Höhe von ca. 300 m kultiviert. Traditionell verwendet man die Rebsorten Cinsaut, Carignan, Grenache, Ugni Blanc und Syrah. Inzwischen sind Cabernet
Sauvignon, Chardonnay, Viognier, Merlot sowie Pinot Noir hinzugekommen. Regionale Bedeutung haben die Sorten Niellucciu, Sciaccarellu und Vermentinu. Ausgesuchte
Qualitätsweine mit der verbürgten Herkunft A.O.C. (Appelation d'Origine Controllée) bieten sich dem Weinkenner als geschmackvolle und aromareiche Tropfen an und
haben Ruhm weit über die eigenen Landesgrenzen. Viele Weingüter und Winzer haben für Weinproben und den Direktverkauf geöffnet. "A saluta!" heißt es auf
Korsisch, wenn es so richtig mundet. Ein anderes berühmtes und grundlegendes Produkt in der korsischen Küche ist das Olivenöl. Viele Korsen erinnern sich noch
heute, wie sie in ihrer Kindheit eine Scheibe Brot, die mit Olivenöl getränkt war, zum Frühstück aßen. Zur Zeit Louis XV um 1768, galt korsisches Olivenöl wenig und
die Korsen sollten erst einmal lernen, das Öl richtig zu produzieren. Andere Zeitgenossen rühmten jedoch das Olivenöl schon damals. Heute hat korsisches Olivenöl seine
leidenschaftlichen Verfechter, die in dessen Süße und Fruchtaroma vernarrt sind. Ein kulinarischer Shoppingbummel ins Bergland Korsikas sollte nicht ausgelassen
werden, vor allem im Süden, wo Wildschwein, Honig und Kastanien das Bild dominieren. Gehen Sie auf eine geschmacks - sinnliche Entdeckungsreise.
Tauchen Barakouda Diving Center
Angeregt vom erstmaligen Aufenthalt 2006 konzentrieren wir uns nun einzig auf die Tauchbasis „Barakouda Diving Center“
des Tauchers und Basenbetreibers erster Stunde Gerard Arend. Gerard mutet wie ein Seebär aus alten Piratenfilmen an, gibt sich ab und an gern auch mal raubeinig,
wenn er „dezent“ verkündet, man möge doch des Französischen mächtig sein, um nach Korsika zu kommen. Jedoch ist er lammfromm und ein guter Kumpel, stets bemüht,
die Tauchgänge auf seinem Boot sicher und angenehm zu gestalten. Stammgäste bezeichnen ihn als „grand enfant“ – „großes Kind“, womit sie den Nagel
auf den Kopf treffen. Gerard leitet die Basis seit 1971, taucht selbst seit 1955 und kann so auf einen wirklich umfangreichen Erfahrungsschatz zurückgreifen.
Hapert es sprachlich, so hat er einige Tauchguides um sich, die ins Englische, Italienische oder Spanische übersetzen. Hat man selbst keine Tauchausrüstung dabei, so
ist reichlich Equipment in allen erdenklichen Größen vor Ort ausleihbar, nicht immer modisch topaktuell, aber zweckerfüllend und funktionstüchtig. Genügend Flaschen
von meist 12 oder 15 Litern sind vorhanden. Normalerweise braucht nur der INT-Einsatz aus dem Ventil geschraubt werden, schon passen Flasche und DIN - Regler. Selbst
Tanks mit zwei Abgängen sind für Gerard kein Fremdwort, sicherheitsbewusste Taucher können also gern redundant unterwegs sein. Ebenso kann man das Tauchboot
„Barakouda“ umschreiben. Nach Plänen von Gerard gebaut, 13 Meter lang und urwüchsig anzusehen ist die „Barakouda“ bis ins Detail durchdacht. Die Leitern
mit Außenstufen, so dass man mit Flossen aufsteigen kann, selbst ein Lift für Handycap-Diver ist vorhanden. Hiermit kann der Querschnittsgelähmte sanft im Wasser
abgesetzt werden und kommt ebenso luxuriös wieder an Board. Bis zu 100 Tauchern ermöglicht Gerard in der Hochsaison pro Tag Tauchvergnügen pur. An Bord werden
übersichtliche Grüppchen zu meist viert Tauchern eingeteilt und schriftlich festgehalten, die von ihm eigenhändig kontrolliert ins Wasser springen und nach dem
Auftauchen ebenso sorgfältig wieder durchgezählt werden. Ich denke, im Wasser vergessene Taucher gab es bei Gerard sicher in all den Jahren nicht.
Tauchplätze
Ich nennen ihn „Grouper“, Den wohl weltberühmteste Tauchplatz im Süden Korsikas, an dem ein paar mächtige Zackenbarsche auf die an der
Ankerkette abtauchenden Gäste bereits warten. Selbst preisgekrönte Fotos von Mittelmeer - Zackenbarschen dürften allesamt von diesem Ort stammen. Fragen Sie einfach
nach „Grouper“, das mag wohl eines der wenigen Worte in Englisch sein, dass selbst Gerard versteht und mit neckischem Augenzwinkern beantwortet. Bis vor wenigen
Jahren noch wurden sie angefüttert und das über Jahrzehnte hinweg, nun ist dies nicht mehr erlaubt, denn das Tauchgebiet befindet sich inmitten eines
Meeresschutzgebietes. Dies mag ihre Zutraulichkeit erklären, ohne, dass sie aufdringlich gegenüber Tauchern sind. Selbst streicheln kann man sie – gut, darüber
mag man sich sicher streiten und ich verkneife mir diese „tierliebe“ Geste auch tunlichst. Sofern man nicht völlig fasziniert an den Zackis „hängen“
bleibt, sollte man in etwa 30 – 35 Meter Tiefe eine große Runde um die umliegenden Felsblöcke drehen. Hier ist dann auch eine Lampe angebracht, denn die
Felswände sind mehr oder weniger dicht mit roten Gorgonien und farbigen Schwämmen bewachsen, die den meisten verborgen bleiben, die auf Kunstlicht verzichten. Zwischen
den Felsblöcken begegnen die Taucher ungewöhnlich großen Schwärmen von Wolfsbarschen und Brassen. Auch eine Delfin ist zugegen, leider erst nach Beendigung des
Tauchgangs. Es scheint erfolgreich zu sein, weite Teile der vorgelagerten Inseln und Buchten einschließlich der Bereiche unter Wasser unter besonderen Schutz zu
stellen. Korsika nimmt dabei die Vorreiterposition ein.
Der nächste Tauchgang führt zum „mens head“. Bereits beim Abtauchen fallen riesige Felsbrocken
auf, von Algen und Schwämmen überwuchert und an den Seitenwänden ab etwa 30 Meter Tauchtiefe mit hellgelben und roten Gorgonien. Oft bilden die Felsen Nischen oder gar
kleine Höhlen, in die es sich lohnt, hineinzublicken. Vergessen Sie die Lampe nicht, denn sonst würde Ihnen entgehen, was an den Felsen für farbenprächtige Schwämmen
und gelben Krustenanemonen wachsen. Auch ist hier das Versteck der nicht ganz so zutraulichen großen braunen Zackenbarsche und großen Meerraben. Französische
Taucher sind recht schnell unterwegs, muss ich auch bei diesem Tauchgang erleben. Oft – so bin ich mir sicher – entgeht ihnen so vieles an Gewusel um einen
herum. Sollten Sie zu mehreren tauchen, so ist es eventuell nicht unpraktisch, sich den Tauchplatz genauestens erklären zu lassen und selbst eine Tauchgruppe eigenen
Tempos zu bilden. Aber Achtung: der Tauchplatz hat durchschnittliche Tauchtiefen von über 30 Metern und ist durch die Felsformation recht unübersichtlich. Man sollte
also erfahren sein und des Kompassnavigierens mächtig, sonst wird der Spaß schnell ernst. Rasch ist die Flasche leer und die erste Deko „angespart“.
Fazit
Korsika ist mehr als eine Reise wert. Unglaublich abwechslungsreich, wild und romantisch über und unter Wasser. Französisch zu sprechen vereinfacht
vieles, ein kleiner Wortschatz unterstützt von Händen und Füßen bringt aber auch ans Ziel. Preisgünstig quartiert man sich in einem Mobilehome ein, wer bereit ist mehr
auszugeben, zieht ins Hotel. Das Tauchen ist professionell organisiert und man spürt die jahrzehntelange Erfahrung der Basenbetreiber, die eher Söhne als Enkel von
Cousteau sind.
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