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Feldzug der Pixel: Sealife-Reefmaster DC 250/300
Wer es bis heute noch nicht geglaubt hat, muss nun umdenken. Digitale Kameras sind auf dem Vormarsch.
Unabänderlich und unausweichlich dringen Sie in die Haushalte von Tauchern ein wie Kälte durch den Türspalt. Nun hat auch einer der größten Kompaktkamerahersteller für
wasserdichte Fotogeräte, die amerikanische Firma Sealife, einen bedeutsamen Schritt nach vorne gemacht. Die neuen Digitalkameras besitzen jetzt 2,1 Megapixel (Typ DC
250) und 3,3 Megapixel (Typ DC 300). Was die für Hobby- und Urlaubsfotografen konzipierten digitalen Hoffnungsträger sonst noch leisten, hat Herbert Frei getestet.
Ob die digitale Welt eine bessere sein wird, vermag niemand zu sagen. Auf jeden Fall ist sie anders und im Einzelfall setzt sie den Besitz geeigneter
Hardware voraus. Denn wer zu Hause keinen Computer stehen hat, ist übel dran, weil es keine umfassende Bedienungsanleitung zum Schmökern im Ohrensessel unter der
Stehlampe gibt. Große Marken wie Canon, Minolta oder Nikon haben es vorgemacht. Zu digitalen Kompaktkameras wird nur noch eine CD geliefert, auf der das Manual
gespeichert ist. CD ins Laufwerk einschieben und hoffen, dass der Ausdruck auch vonstatten geht bzw. der Computer noch nicht zu alt für das geforderte Programm ist.
Wer mit Windows 98 oder Mac OS 8.6 arbeitet, benötigt zum Ausdruck einen USB -Treiber. Lesen kann man die CD aber auf dem Bildschirm. Besitzer ältere Hardware bemerken
spätestens jetzt, dass sie mit einem veralteten PC arbeiten. Frage: Warum werden für digitale Kompaktkameras keine richtigen Bedienungshandbücher mehr mitgeliefert?
Drei Antworten mögen das Problem verdeutlichen. Kamerabesitzer lesen normalerweise keine Bedienungsanleitungen, probieren lieber herum, fragen Freunde und Bekannte,
schlagen nur im äußersten Notfall nach. Von 50 angebotenen fotografischen Möglichkeiten nutzen Gelegenheitsfotografen weniger als 10. Für diese reicht normalerweise
eine intelligente Kurzanleitung. Letztendlich kosten dicke Handbücher Geld, das sich der Kamerahersteller sparen möchte. So bleiben die User auf den Ausdruckkosten
sitzen und schleppen ein 50-seitiges Manual im DIN A4-Format durch die Gegend, auf dem alle Blätter nur einseitig bedruckt sind.
Ausreichend Pixel
Das alte digitale Reefmaster - Model DC 200 hatte erst 1,3 Millionen Pixel, was vielen Einsteigern etwas zu wenig war. Mit 2,1 Megapixel wuchert die neue DC 250 auch
nicht übertrieben, aber Papierbilder in der Größe von 13 x 18 cm sind nun in akzeptabler Qualität möglich. Die höherwertigere DC 300 unterscheidet sich von der DC 250
lediglich durch ihre höhere Auflösung von 3,3 Megapixel. Damit haben Urlaubsfotografen nun die Chance, sehr gut belichtete und kontrastreiche Bilder Größen bis 20 x 30
cm zu ordern. Noch großflächigere Bilder werden nur die wenigsten UW - Fotografen anstreben – möchte man ein besonders gelungenes Motiv dekorativ an die Wand
hängen. Trotz immer besserer Qualität der Farbdrucker, mit dem Blick auf die Kosten – Nutzenrechnung siegt eindeutig das im Labor vergrößerte Bild. Fotoprints
im Eigenverfahren hergestellt sind hinsichtlich der Kosten für spezielle Fotopapiere und Druckerpatronen wirtschaftlich uninteressant und sollten nur für
einzelne, schnell benötigte Fotoausdrucke vorbehalten bleiben. Für welche der Reefmaster - Digitalkameras man sich letztendlich entscheidet, ist deshalb
primär eine Frage der Bildgrößen, die man als Print haben möchte.
Bildqualität
Diese hängt in starkem Maß von der Komprimierung ab. Wer eine hohe
Auflösung und eine optimale Bildschärfe anstrebt, sollte die Anzahl der Bilder nur wenig reduzieren und mit der DC 300 mit der Auflösung 2048 x 1536 Pixel = 3,145
Megapixel, einer Komprimierung 4:1 und in der Bildqualität „Superfein“ fotografieren. Damit kann man zwar auf dem internen 8 MB-Speicher nur bis zu 15 Bilder
ablegen, aber mit einer zusätzlichen 128 MB-Karte sind es schon 150 Bilddateien. Reduziert man die Bildqualität auf den Status „Fein“, verdoppelt sich die
Bildanzahl. Die Daten der SD-Karten überträgt man entweder auf der Festplatte des stationären Rechners oder Laptops bzw. in einem externen Kartenspeicher. Zwei
Karten des verwendeten Typs sollten Sie auf alle Fälle mit in den Urlaub nehmen, falls eine beschädigt wird. Der interne 8 MB-Speicher ist im Prinzip nur eine Not-
oder Übergangslösung. Die hierauf gespeicherten Bilder können nachträglich auf die externe Speicherkarte übertragen werden. Sie können die Anzahl der Bilder
natürlich auch steigern, in dem Sie die Pixelzahlen reduzieren. Bei Auflösung 1024 x 768 Pixel = 0,78 Megapixel, Komprimierung 12:1 und Qualität „Normal“ sind im
internen Speicher 36 Bilder abzulegen, mit der 128 MB-Karte sogar 576. Aber wunderen Sie sich dann nicht über grieselige Bilder mit wenig Details. Selbst 9 x 13 cm
Prints sind dann qualitativ bereits am Limit. Für UW - Aufnahmen ist eine solche Reduzierung nicht mehr tolerierbar. Die ausschließlich für Notfälle und eMails
gedachte Auflösung 640 x 480 Pixel = 0,3 Megapixel hat etwa das Auflösungsvermögen von Handybildern und eignet sich wirklich nur für Funmotive auf niederstem Niveau.
Allerdings mit ungeheueren Bilderzahlen: In dieser Lowqualität passen bei einer 12:1 Komprimierung sage und schreibe 2880 Bilder auf eine 256 MB-Karte.
Weißabgleich, ISO und Belichtungskorrektur
Bei unterschiedlichen Lichtbedingungen fallen digitale Bilder immer anders aus. Um dies zu verhindern besitzen
digitale Kameras einen Weißabgleich, der im Prinzip die Farbtemperatur des Umgebungslichtes so berücksichtigt, dass die Farbe Weiß auf allen Bildern auch in reinem
Weiß erscheint. In den Sealife - Kameras DC 250 und DC 300 stellt man den Weißabgleich sinnvoller weise auf „Auto“, sonst müsste man theoretisch bei jedem
Bild abgleichen. Unter Wasser wäre das nicht zu machen. An Land kann man hingegen schon mal experimentieren und manuell eine Option wie Sonnenuntergang, Neonlicht oder
Glühlampe wählen. Die Empfindlichkeitseinstellung ist ein Maß für die Bildqualität. Hohe Empfindlichkeiten bedeuten blassere Farben und eine körnigere Wiedergabe,
eröffnen aber auch die Chance, im Dämmerlicht bewegte Objekte zu fotografieren. In tropischen Meeren sollten Sie die feste ISO-Zahl 100 eingeben. Das garantiert
farbkräftige und feinkörnige Bilder. Wer mit dem 24 mm Weitwinkelkonverter arbeitet, ist nicht schlecht bedient, wenn er die ISO-Zahl automatisiert, sie also dem
jeweiligen Umgebungslicht anpasst, was in vielen Fällen das Mischlicht berücksichtigt, also die Abbildung der Eigenfarbe des Wassers im Hintergrund. Man handelt
sich dann unter Umständen aber auch eine Bildqualität ein, die nicht mehr den eigenen Vorstellungen entspricht, weil wegen höherer Empfindlichkeit der Kamera Farbe und
Auflösung stark abfallen können. Auch Digitalkameras benötigen in vielen Fällen eine Belichtungskorrektur, um starke Kontraste auszugleichen, dies umso mehr unter
Wasser, wenn geblitzt oder eine Gegenlichtaufnahme gemacht wird. Die Belichtungskorrekturen bewegen sich zwischen - 1,8 und + 1,8 EV, was nicht ganz zwei Blenden
plus/minus entspricht. Nach entsprechender Belichtungskorrektur darf man nicht vergessen, diese wieder zurückzunehmen, da sonst Fehlbelichtungen „normaler
Motive“ drohen.
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