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Ein schönes Hausriff ist für mich entscheidend bei der Suche nach einem neuen Tauchreiseziel. Aber auch das Management der Basis muss
stimmen und es stört keineswegs, wenn das Ambiente der Zimmer, Restaurants und der Hotelanlage für die Stunden über Wasser einen charmanten Eindruck hinterlässt. Liegt
dann das Niveau der Küche offensichtlich über dem in Ägypten üblichen Standard, kann eigentlich nichts mehr schief gehen. Johann Vifian holte uns auf die SUBEX
DC Radisson Basis bei El Quseir am Roten Meer, um uns ausführlich über diese noch recht neue Destination zu informieren, die von den SUBEX Gründern Walti
Guggenbühl und René Galster als eigenständiges Unternehmen betrieben wird.
Die Kabine der Boeing 757-300 von Condor auf dem Weg von München nach Marsa Alam
am Roten Meer ist fast bis auf den letzten ihrer 265 Plätze belegt. Gut 4 Stunden sind wir in der Luft, dann rollt die Maschine nach einem ruhigen Flug auf die
Parkposition des kleinen Airports. Schon auf der Gangway ist der kühle Nordwind deutlich spürbar und ich bin neugierig, wie sich das für die geplanten Tauchgänge im
Hausriff auswirken könnte. Zunächst muss jedoch das Gepäck eingesammelt werden und weil wir als Individualreisende das ägyptische Visum für US $ 15,- selber kaufen
und nicht in einer Schlange der Reiseveranstalter stecken bleiben, verlassen wir in rekordverdächtiger Zeit den Flugplatz. Den Transfer hat die SUBEX – Basis
organisiert und schnell sind wir in einem strahlend weißen Pickup mit Doppelkabine auf dem Weg zu unserem Reiseziel, dem Radisson Blu Resort. Eine knappe Stunde dauert
die Fahrt nach Norden, die zuletzt durch den Ort El Quseir führt. Die schönsten Gebäude dort sind zweifellos die auffällig vielen Moscheen. Wohn- und
Geschäftshäuser zeigen sich nach unserem Architekturverständnis oft in eher renovierungsbedürftigem Zustand, andere sind bereits unbewohnbar und dem Einsturz nahe.
Dazwischen markieren hier und da Schutthaufen im Farbton der umgebenden Wüste vormals gemauerte Bauwerke. El Quseir ist eine arme Stadt, kein touristisches Dorado.
Doch die Menschen sind freundlich und freuen sich über jeden Touristen und spricht man Deutsch, huscht zusätzlich noch ein strahlendes Lächeln über die
Gesichter. Von der Mole des kleinen Hafens werden wir später zu Ausfahrten mit dem Speedboot aufbrechen, die uns unvergessliche Erlebnisse bringen werden.
Doch davon ahnen wir im Augenblick noch nichts. Die Atmosphäre der kleinen Stadt wirkt noch nach, als wir nur Minuten später die Hauptstraße verlassen und die
Zentraleinfahrt des Radisson Blu passieren. Eine geordnete, klassisch modern gestaltete Architektur empfängt uns. Es ist eine gelungene Übersetzung traditioneller
ägyptischer Baukunst in die Moderne. Saubere Wege führen, gesäumt von Rasenflächen, Büschen, Palmen und bunt blühenden Stauden durch eine freundliche Gartenlandschaft,
die nach Osten hin vom großzügigen Strand und schließlich dem Roten Meer abgelöst wird.
SUBEX im Radisson Blu
Die Basis wird von kompetenter
Frauenpower geleitet. Simone Siegenthaler, seit 2006 bei SUBEX, ist als Office – Managerin tätig und weiß noch nichts von ihrer bevorstehenden Modelkarriere vor
unseren Kameras. Doris Kupferschmied ist seit 36 Jahren im Tauchbusiness, darunter 30 Jahre mit einem eigenen Tauchsportunternehmen in Basel. Sie ist der gelassene
Mittelpunkt aller Organisationen und Abläufe rund um den Tauchbetrieb und es scheint, dass nichts und niemand sie aus der Ruhe bringen kann. Doris hat sich auch den
Respekt der ägyptischen Mitarbeiter erworben und das will in einem orientalischen Land schon etwas heißen. Das starke Team empfängt uns herzlich im Innenhof
des großzügigen Gebäudes der SUBEX – Basis. Diese Herzlichkeit bleibt nicht nur den Journalisten vorbehalten, jeder Gast wird freundlich und zuvorkommend
betreut. Und alte Bekannte von der ehemaligen SUBEX – Basis im nahen Mövenpick – Resort trifft man auch noch wieder: Den blonde Hans etwa, ein
ausgesprochener Spezialist der UW-Fauna und Flora mit dem Auge für die kleinsten und bestgetarntesten Lebensformen oder den immer gut aufgelegten und hilfsbereiten
Ashraf, der mit dem Speedboot die Tauchgruppen vor Ort bringt und Delfine oder Schildkröten zu riechen scheint. Wir machen einen Rundgang durch die Basis. In
ausgehängte Listen tragen die Gäste ihre Aktivitäten ein. Täglich gibt es am Vor- und am Nachmittag je zwei Safaris mit Landeinstieg, die mit klimatisierten
Kleinbussen angefahren werden. Die Ziele unterscheiden sich im Schwierigkeitsgrad und geben so Tauchern jeder Erfahrungsstufe die Gelegenheit zur Teilnahme. Mit dem
Speedboot, einem geräumigen Zodiac mit 175 PS – Außenborder, werden zweimal täglich unterschiedliche Ziele angesteuert. Dazu gibt es Halb- und Ganztagestouren
mit dem Tagesboot und natürlich den direkten Einstieg ins lohnenswerte Hausriff. Pro Guide werden maximal 4 Taucher zugeteilt, man kann aber auch unbegleitet auf
Unterwasserexkursion gehen. Als besonderen Service der Basis können sich die Gäste am Freitag selbst ein Ziel für die Landsafaris bestimmen, vorausgesetzt, man
einigt sich demokratisch und Wind und Strömung spielen nicht dagegen. Am Counter für den Ausrüstungsverleih und Shop kann man außerdem Getränke kaufen, dazu gibt
es kostenlos gekühltes Wasser aus einem Automaten. So werden Gespräche an einem der 4 großen Tische, ob zum Briefing, der Ausbildung oder beim Logbucheintrag gleich
gemütlicher. Am Servicecounter, den können wir besser als Rezeption beschreiben, werden die Formalitäten bei Ankunft und Abreise erledigt und man erhält dort
seinen Schlüssel und kann ihn auch für die Dauer des Tauchgangs dort abgeben. Nein, nicht den Zimmerschlüssel. Wir wurden völlig überrascht, dass hier jedem Gast ein
eigener, verschließbarer und wirklich geräumiger Schrank übergeben wird, in dem man sein ganzes Equipment unterbringen kann, inklusive der üblichen Box, die dann aufs
Schiff oder den Anhänger des Safaribus verladen wird. Die Metallschränke sind mit Lüftungsschlitzen versehen und so trocknet das Equipment auch dort. Man muss sich
keine Schranknummern merken und findet seinen Namen auf einer Magnetkarte, die das Serviceteam schon angeheftet hat, bevor man das erste mal seinen Schrank gezeigt
bekommen hat. Hut ab, das ist gelungen! Oder – so taucht der Scheich...
Anzumerken ist der liberale Umgang mit dem Blei. Wir kennen Basen, bei denen
aufs Gramm genau notiert wird, wie viel Ballast man gebunkert hat. Ehrlich gefragt: Wozu? Bei SUBEX nimmt man sich aus dem bereitgestellten Vorrat an 1 – Kilo
Stücken das, was man braucht und vor der Abreise wandert alles zurück in die Kiste. Bei den heutigen Kosten für den Transport von Tauchgepäck erscheint es als
unwahrscheinlich, dass Blei aus Ägypten geklaut werden müsste...
AIR 28
Einen weiteren Pluspunkt geben wir für Stahlflaschen, die es in Größen
bis 15 Liter gibt. Und als Besonderheit von SUBEX, die Tanks sind mit AIR 28 gefüllt. Das ist eine Nitroxvariante mit 28% Sauerstoffanteil, die hier jeder Gast auch
ohne besondere Nitrox – Qualifikation erhält. Die Tauchtiefe bei AIR 28 liegt bei maximal 40 Meter, völlig ausreichend also für Abstiege im Umfeld von normalen
Sporttauchgängen. SUBEX empfiehlt, den Computer weiterhin mit „Luft“ – Berechnung arbeiten zu lassen. So wird zwar die Verlängerung der Nullzeiten nicht
berücksichtigt, man taucht aber automatisch ein sehr konservatives Profil. Seit Einführung von AIR 28 wurde an den SUBEX – Tauchbasen kein einziger
Dekozwischenfall mehr registriert. Ein überzeugendes Ergebnis, das SUBEX mit seiner Initiative, die zunächst von den etablierten Verbänden kontrovers diskutiert wurde,
voll und ganz bestätigt. Aus dem „Volks-Nitrox“ wurde ein „Erfolgs-Nitrox“.
Hausriff und andere Tauchplätze
Wir können nicht
behaupten, dass wir spontan das Hausriff betauchen konnten. Anders als in der 17 Jahre von SUBEX betreuten Bucht El Quadim, die keine zwei Kilometer nördlich zum
dortigen Mövenpick – Resort gehört und bei auffrischendem Wind einen gewissen Schutz bietet, präsentiert sich das Hausriff des Radisson – Resorts offen für
Wind und Welle. Ein langer Steg im Stil einer Pier in Südengland führt vom Strand aus bis an die Außenkante des Riffs. Üblicherweise beginnt der Tauchgang mit einem
Sprung in das etwa drei Meter tiefer gelegene Meer, über eine Eisentreppe geht’s zurück. Anhaltend starker Nordwind und entsprechend hoch anlandende Wellen
hatten sich aber kurz vor unserer Ankunft der Treppe bemächtigt und das Thema Hausrifftauchgänge musste zunächst vertagt werden. Als die Treppe wieder begehbar war,
ließ die hohe Dünung den Ausstieg nicht zu, doch gegen Ende des einwöchigen Aufenthalts beruhigte sich das Wetter und – natürlich - am Tag der Abreise, war
das Meer spiegelglatt. Da bei SUBEX Service groß geschrieben wird, wandert man nur mit angelegtem Anzug, Jacket, Regler und ABC von der Basis bis zur Plattform am
Ende des Stegs, dort warten bereits die Tanks und Mitarbeiter der Basis, die beim endgültigen Anlegen des Equipments sowie beim Ein- und Ausstieg behilflich sind.
Filmer und Fotografen lassen sich die Gehäuse von der Treppe aus anreichen. Das Hausriff ist anders, das hatte schon Steffi Theimer, die Marketing-Managerin von
SUBEX in einem Vorgespräch zum Ausdruck gebracht, und fügte ein „lasst euch überraschen“ hinzu. Und das stimmt auch. Nach dem Sprung dümpelt man nicht im
seichten Wasser mit Sandgrund unter den Flossen, da geht’s flott ab in die Tiefe. Und das macht richtig Spaß! Im Winkel von etwa 45° Grad fällt die Wand bis zu
einer Sandfläche in 60 Metern ab. Die Sicht ist ausgezeichnet und die Fotografin im Team bekommt strahlende Augen, auch weil sie ein in Model dabei hat. Simone
Siegenthaler lässt ihren Schreibtisch in der Basis heute ein paar Stunden allein und führt uns direkt zu den markanten Punkten im Riff. Zeit ist Luft und weil es
gleich zu einer ausladenden Gorgonie in 40 Meter Tiefe gehen soll, steuern wir dieses Ziel in Richtung Norden ohne Umwege, entgegen einer leichten Strömung, direkt an.
Hinter der Fächerkoralle können sich lässig mehrere Taucher verstecken und so ist das Weitwinkelzoom an Aires Canon 5D MK II die richtige Wahl. Während der Fotosession
halte ich mich abseits und drehe ein paar Testszenen mit der trendigen GoPro HD-Kamera für das Video über die SUBEX – Basis. Nur 5 Meter oberhalb der Gorgonie
springt uns ein weiteres Motiv förmlich an. In einem Felsdurchbruch schwirren Glasbarsche, daneben besiedeln Peitschen- und tiefrote Weichkorallen das Riff. Hier
entsteht die nächste Aufnahmeserie mit Model. Im Schein meiner Unterwasserlampe verwandelt sich das an vielen Stellen mit Weichkorallen besiedelte Riff in ein
Schmuckstück. Hier bei Tag ohne Lampe zu tauchen, wäre unverzeihlich. Bei SUBEX gibt es die Lampen von ANTARES im Verleih und wir haben es nicht bereut, unsere eigenen
MB-SUB Strahler im Handgepäck nach Ägypten zu schleppen. Man könnte tagelang im Hausriff auf Foto- und Videopirsch gehen, Motive gibt es genügend. Deshalb waren wir
überrascht, dass das SUBEX – Team bei einer kleinen Vorführung von Aires Fotos glaubte, dass das eine oder andere Motiv nicht vor ihrer Haustüre gefunden wurde.
Wie dem auch sei, SUBEX kann sich mit dem doch etwas anspruchsvolleren Hausriff wirklich sehen lassen und die nur zwei von uns durchgeführten Tauchgänge werden nicht
die letzten dort gewesen sein.
Anders als in der El Quadim Bucht, die das Gros der Basisgäste als nahezu exklusives Tauchziel nutzte, musste SUBEX komfortable
Alternativen für Land- oder Bootstauchgänge suchen. Bleiben wir zunächst bei den Aktivitäten vom Ufer aus. Hier konnte das Rad, sprich die Menge von Tauchplätzen,
die erkundet und von Land aus zugänglich sind, nicht neu erfunden werden. Man kann aber den Komfort und die Abwicklung der Landsafaris hochwertig definieren.
Klimatisierte Kleinbusse bringen die Gäste zu Zielen von bis zu einer Fahrstunde Entfernung vom Radisson Blu Resort. Im Pickup folgt das Equipment, die Teppiche für
das sandfreie An- und Ablegen der Ausrüstung sowie Wasser, Obst, Kekse und eine mobile Kaffeebar.
An zwei Landsafaris nahmen wir teil, nach El Makluf und Magbarit Somaya. El Makluf ist eine Autostunde
entfernt und beim Einstieg habe ich ein berechtigtes Déjà-vu Erlebnis: Hier war ich doch schon mal.... Der Sprung rückwärts in einen kleinen Kessel, dann durch einen
Kanal zwischen den Felsen hinaus, die Korallenblöcke, die riesige Tischkoralle.... Bingo, da hatte ich mich mit Stefan Wiessmeyer und Nicole Fischer, unserem Guide von
der Basis in der Riff Villa Samak in Marsa Alam schon herumgetrieben. Ich hätte nie gedacht, hier noch einmal zu tauchen und es freut mich, dass es der Zufall so
wollte. Wir setzen uns bald von der geführten Gruppe ab und gehen auf eigene Motivsuche. Und da ist dann die Sache mit der Schildkröte. Als ehemaliger Stiftungsbeirat
der Turtle Foundation und Schildkrötenfan, in meinem Garten haben 5 griechische Landschildkröten ihr großzügiges Gehege, ist eine Schildkröte ein Muss auf dem
Videofilm. Die Turtle ist vom neugierigen Typ und verschwindet fast mit ihrem Kopf im Weitwinkeldome meiner Videokamera. Dann entdeckt sie Aire und ist vom wesentlich
größeren Spiegel, den der Weitwinkelport ihrer Kamera bietet, noch mehr begeistert. Die Bildpartie ging für mich eindeutig verloren. Aire schoss ihre Fotos, eins
schöner als das andere, meine Videokamera war gar nicht gelaufen. Die Tauchtiefe erreicht kaum 25 Meter, also hat man mit der 15 Liter Flasche genügend Luft
– oder AIR 28, über eine Stunde durch den von unterschiedlich hohen Korallenblöcken gestalteten Parcours zu tauchen. Und wir sind über die 7 Millimeter
Halbtrockenanzüge froh, denn die Wassertemperatur von 24°C kühlt nach einer Weile spürbar aus und so können wir den Luftvorrat wirklich auskosten. Es gibt schöne
Bereiche mit den typischen orangefarbenen Riffbarschen, eine große Vielfalt an Steinkorallen, dazu Glasbarschschwärme und große Rotfeuerfische, die sogar in Fotolaune
sind. Nebenbei muss noch ein Kofferfisch posieren, was mit fast stoischer Ruhe seinerseits erfolgt. Und auch von diesem Tauchplatz bleiben richtig gute
Sichtverhältnisse in Erinnerung. Schon auf dem Rückweg zum Teppich verschwindet mein Tank vom Jacket und deutlich leichteren Schritts geht’s zum Umziehen. Nur
so schnell kommt man denn doch nicht aus den Klamotten, denn von links schiebt sich ein Teller mit Orangenstücken ins Bild, von rechts eine Flasche Wasser und eine
Packung Kekse und dann wird man noch nach dem Kaffeewunsch gefragt. Es könnte sein, dass ich mich wiederhole....: So taucht der Scheich...
Magbarit Somaya
ist 25 Autominuten vom Radisson Blu Resort entfernt. Der Einstieg wirkt etwas unspektakulärer als bei El Makluf, doch man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. Ein schmaler Kanal, der stellenweise das prickelnde Gefühl eines Höhlentauchgangs entstehen lässt, lotst nach einigen Minuten und markiert durch eine dicke Leine ins freie Wasser. Ich frage mich, welche Zufälle wohl dazu führten, diesen Einstieg überhaupt zu finden. Kurz vorweg genommen, das Auffinden des Kanals auf dem Rückweg ist nicht ganz einfach, wir haben uns da zunächst auch etwas vertan, doch Johann Vifian ist bestrebt mit HEPCA / www.hepca.com zusammen eine Oberflächenboje anbringen zu lassen, die dieses Problem zu lösen hilft. Ja, was
soll ich erzählen? Von Korallenblöcken und dem Leben darin? Das würde nicht das außerirdische Lächeln erklären, das wir nach dem Tauchgang an Land zeigten. Also, was
macht diesen Tauchplatz unvergesslich? Delfine. Aire hatte sich in 20 Meter Tiefe behutsam zum Feld der Sandaale, die erstaunlicherweise ihre vorsichtige
Annäherung lange akzeptierten, vorgearbeitet und einige Fotos gemacht, da kamen sie. Eine Vorausgruppe von drei Tieren, die lachend an unseren Kameras vorbeizog,
danach über uns der Rest des Rudels. Da hatten wir einen fetten Glückskeks ausgepackt. Und dann vielleicht noch ein Walhai? OK, das war zu viel an Erwartung, den
gab es ja am Radisson Hausriff schon für einige Tage, vor unserer Ankunft...
Eine besondere Form der Landsafaris im Angebot von SUBEX ist eine ganztägige Tour
mit zwei Tauchgängen. Dann verwandelt sich das Quartier der Tauchen am Landeinstieg in einen landestypischen Lagerplatz von Bediunen mit Zelt und gekocht oder gegrillt
wird auch. Speedboot
Jetzt kommt Ashraf ins Spiel. Ein paar Brocken Englisch hat er in seinem Wortschatz, der Rest ist strahlende Mimik und
leicht lesbare Zeichensprache. Ja, man kann sich ihm wirklich anvertrauen. Er hat Spaß an seinem Beruf, er „befehligt“ das Speedboot der SUBEX – Basis. Den
Service und die Betreuung der Gäste hat er in der ehemaligen SUBEX – Basis im Mövenpick gelernt. Nichts ist unmöglich – Ashraf. Und als wir ihn nach
unserem Tauchgang am Ras El Quseir in den Arm nehmen, haben wir wieder das außerirdische Lächeln im Gesicht... Aber jetzt von Anfang an. Ausfahrten mit dem
Speedboot, einem großen Zodiac mit 175 PS – Außenborder und Hilfsmaschine, starten im kleinen Hafen von El Quseir. Mit einem klimatisierten Bus der Basis wird
man in 10 Minuten an die Mole gebracht, dann zieht man sich – auf den schon bekannten Teppichen – um. Die fertig montierten Geräte werden an Bord gebracht
und erst am Tauchplatz angelegt. Ashraf hilft jedem so besorgt aufs Boot, als wäre man schwanger. Und das ist gut so. Er hat alles im Blick, weiß wem welche Flossen
gehören, welche Bleitaschen, welches Fotoequipment. Und ab geht’s zum Tauchplatz. Mit an Bord ist ein sympathisches Paar aus Frankreich, das mit ein paar
Brocken Englisch und viel Körpersprache kommuniziert. Da wäre fast was schief gelaufen, hätte nicht der Banker des Franzosen angerufen und aus den Tiefen des
Tauchanzugs kam ein Klingelton. Das iPhone steckte noch in der Badehose... Andererseits wunderten wir uns über deren große Tauchermesser. Sie klärten uns auf,
ernsthaft, die seien als Abwehr gegen Haie gedacht..... Andere Länder, andere Sitten... Ras El Quseir, knapp 5 Minuten mit dem Speedboot vom Hafen
entfernt, ist jetzt nicht der absolute Brüller als Tauchspot. Einsteiger machen hier entspannte Tauchgänge und bekommen einen großzügigen Katalog dessen gezeigt, was
im Roten Meer an, in und um Korallenriffen so wohnt. Aber auch Fotografen finden ihre dekounschädlichen Motive, denn die Korallenblöcke locken an ihrer Basis nur bis
21 Meter hinab. Eigentlich hatte es Aire die Seegraswiese angetan. Da könnte vielleicht ein, nein „der“ Dugong getroffen werden, den man an seinem übertauchten
Stammplatz schon länger nicht mehr gesichtet hatte. Doch die Seegraswiese bleibt leer. Da ein Schrei unter Wasser, schnell die Umgebung abgescannt und da sind drei
Delfine, die Lust auf Taucherspiele haben. Die ganze Gruppe kommt in den Genuss einer längeren Delfinbegegnung, die man sich schöner nicht vorstellen könnte. Bald ist
für die anderen, die mit kleineren Tanks und weniger Taucherfahrung im Wasser waren, die Rückkehr aufs Boot geboten. Aire und ich bleiben noch und haben das Glück, die
Delfine ein weiteres Mal zu treffen, einer aalt sich sogar genüsslich auf dem Grund. Und weil die Tiere nicht fotoscheu sind, bekommen die Kameras viel Arbeit Von
so einem Tauchgang – quasi vor der Haustüre – sind wir echt beeindruckt.
FEEL the DIVE
Zurück zu den Wurzeln ist bei SUBEX ein
weiteres Thema, tauchen in geringen Tiefen nur mit ABC und einer Flasche auf dem Rücken. Kein Anzug, kein Jacket, kein Computer. Aire hat das zusammen mit Simone
ausprobiert. Und ganz klar, ein Fotoshooting war damit auch verbunden. Tauchen einfach nur so, wie man es , sorry, wie es die älteren Leser, von der Serie
„Flipper“ her kennen, das hinterlässt in der jüngeren Tauchergeneration, die bei PADI sogar im Pool – Modul Handschuhe trägt, einen bleibenden
Eindruck. FEEL the DIVE wird also auch in Zukunft beim Besuch einer SUBEX – Basis eingeplant werden – und nur dort. Denn es sieht nicht so aus, dass andere
Tauchsportunternehmen über ihren Schatten springen würden, so ein Arrangement anzubieten, denn Gäste, die dies praktizieren, müssen individuell betreut werden.
Andererseits finden, wie Johann Vifian erzählte, auch Interessierte Zugang zum Tauchen, die sich in einer kompletten Ausrüstung mit Anzug zunächst nicht wohl fühlen.
Auf jeden Fall, Aire und Simone blieben fast eine Stunde im Wasser, das durchschnittlich 24°C warm oder kühl war und das anschließende Feedback war begeistert.
Bootstauchgänge oder Fahrten, wie nach Elphinstone oder zur Salem Express, zählen zum weiteren Tauchangebot. Aus Zeitgründen haben wir diese Möglichkeiten nicht
nutzen können, was aber unerheblich ist, denn im Umfeld unserer Reportagen zu Safaris im Roten Meer, sind diese Tauchplätze bereits beschrieben worden.
Radisson Blu
Das Radisson in El Quseir erwartet Gäste eines gehobenen Standards, für die 250 Zimmer bereit stehen. An den Schnittstellen Rezeption oder
Restaurant trifft man auf Mitarbeiter, die durchaus brauchbare Grundkenntnisse in Deutsch, Englisch oder Französisch haben. Wenn Sie Einchecken, fragen Sie genau
nach, welche Getränke beim Mittag- und Abendessen frei sind und ob in Ihrem Zimmer der WLAN Internetzugang etwas kostet – dieses in ägyptoenglish
vorgetragene Briefing hinterließ zunächst deutliche Verständnislücken. Der WLAN Zugang ist ordentlich und auf europäischem Standard. Die Roomboys
verzichten auf den vielerorts üblichen Zauber aus Handtüchern Schwäne oder Delfine zu falten, was wir durchaus begrüßten, das Auffüllen der Minibar ist ihnen jedoch
nicht so geläufig und musste an der Rezeption reklamiert werden. Die Minibar ist deshalb wichtig, weil das Radisson Blu seinen Gästen Wasser nicht kostenlos zur
Verfügung stellt. Ständig ist man am Organisieren von Wasserflaschen auf Kosten der Kreditkarte und davon braucht man pro Person doch einige und als Taucher erst
recht. Das gibt einen Punktabzug. Die Gestaltung der Gästezimmer erinnert stark an das Mövenpick – Resort, da ist wohl „abgekupfert“ worden. Auf jeden
Fall haben auch die Standardzimmer ein großzügiges Badezimmer im gehobenen Stil, das es – architektonisch identisch - im Mövenpick erst in der gehobenen
Kategorie gibt. Die Klimaanlage können wir nicht lobend erwähnen, denn sie rauscht laut und entspricht nicht den heute üblichen Standards. Eine Reihe deutscher
TV-Kanäle sind im Fernsehgerät vorprogrammiert. Viele der Balkons haben privaten Charakter, von Nebenzimmern kann dann niemand Einblick nehmen. Das funktioniert im
Radisson auf einfache Weise, die Zimmer sind in einstöckigen, würfelförmigen Wohneinheiten integriert, die versetzt errichtet wurden. Sie wohnen also in einem locker
bebauten Areal und nicht in einer massiven Bettenburg. Die höherwertigen Räume und Suiten haben allesamt Meeresblick, die günstigeren Räume sind auf die innere
Gartenlandschaft ausgerichtet. Wirklich großzügig präsentiert sich die Poollandschaft auf unterschiedlichen Ebenen. Die Längsseite des großen
Sportpools ist so geschickt in die Landschaft eingebettet, dass dessen Wasserfläche optisch mit dem Meereshorizont verschmilzt. Die Poolbar kann man trockenen Fußes
besuchen oder auf gemauerten Hockern im Wasser sitzend einen Drink nehmen. Leider schließt dieser Service mit Sonnenuntergang. In die Gartenanlage sind große
Wasserbecken, zum Teil mit kleinen Fontänen, eingefügt, es gibt einen künstlichen Bach, diverse Holzbrücken und eine Lagone, die nachts effektvoll beleuchtet
ist. Gegen 18:00 Uhr sollte man sich im Zimmer aufhalten, weil dann der Kammerjäger mit einem motorischen Zerstäuber durch die Anlage geht, um Mücken und
anderes Insektengetier mit Hilfe der blaugrauen Wolken aus dem laut tösenden Gerät zu vernichten. Ob es was hilft, können wir nicht zweifelsfrei beantworten, es
gab genug Mücken, die sich in unseren Räumen wohl fühlten und Pläne zu nächtlichen Überfällen schmiedeten. Der Strand ist traumhaft, die vorbereiteten Gästeliegen
mit massiven Sonnenschirm und geflochtenem Windschutz sind locker verteilt. Das macht Laune. Wie üblich gibt es Strandhandtücher, die man sich täglich frisch an der
Ausgabe holen kann.
Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen.. Ein alter Spruch mit weisem Hintergrund.. Die Küche des Radisson Blu zielt auf den Gaumen
der europäischen Gäste und offeriert eingebettet in die abendländische Esskultur die eine oder andere Spezialität des Orients. Die Vielfalt bei den Büfetts im
Restaurant Sherazada für Frühstück, Mittag- und Abendessen ist groß, vor allem bei Vor- und Nachspeisen. Täglich wechseln frisch am Nebenfüffet angebotene
Fisch- oder Fleischgerichte und man bekommt auch immer individuelle Nudelgerichte Bei den fertigen Hauptgerichten ist die Auswahl etwas übersichtlicher und es gibt
bereits innerhalb einer Woche Wiederholungen.. Das mag aber auch daran gelegen haben, dass der holländische Chefkoch aktuell in Urlaub war. Alternativ zum Abendbüffet
kann man nach Reservierung in einem Restaurant ein Dreigänge - Menue einnehmen. Völlig unabhängig vom gebuchten Arrangement essen Sie im exklusiven Restaurant Mosaic
oder für Liebhaber der Mittelmeer-Küche im Olivos. In der Bar Zar lassen Sie den Abend bei einem Cocktail oder anderen Drinks ausklingen.
Mittlerweile darf in
keinem Resort ein Fitnessraum oder Spa fehlen. Dieser Service wird hier natürlich geboten, um den Körper fit und die Seele entspannt zu halten.
Fazit
Lassen Sie uns in der Reihenfolge der Wertung vorgehen: Das Tauchen mit SUBEX im Radisson Blue erfüllt rundum den höchstem Standard. Das hat uns schwer
beeindruckt. Die Qualität der Standardzimmer im Radisson Blu ist gut, wäre die Klimaanlage leiser und der Minibarservice ohne Nachfragen gegeben, kämen wir sogar
auf ein „komfortabel“. Die Küche bietet erfreuliche Leistungen, könnte jedoch beim Mittag- und Abendbüffet etwas mehr Abwechslung bieten. Gäbe es ein weiteres
Restaurant abseits der um das Empfangsgebäude gruppierten, vielleicht ein Stück näher am Strand, wäre dies ein Gewinn für die Anlage und die Poolbar nach
Sonnenuntergang besuchen zu können, hätte auch viel Schönes. Der weitläufige Strand hält für die Gäste in locker gruppierten Sonnenschutzinseln viel Platz bereit.
Insgesamt hinterlässt das Radisson Blu einen großen Wohlfühleindruck und den Wunsch, bald wieder dort „aufzutauchen“.
Infos
SUBEC DC Radisson www.subex-elq.com/
SUBEX ART of DIVING /www.subex.org/ Radisson Blue www.radissonblu.com/resort-elquseir
Veranstalter
Aqua Active Agency:/www.aquaactive.del
Video SUBEX DC Radisson von UnterWasserWelt
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